Kluge Energiewende- Kein Wettlauf beim Braunkohleausstieg, die Energiewende von „unten“ gestalten!
23. Oktober 2016 von

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Nils Beyer (Vorsitzender)

Die NRW-Jusos beschlossen auf ihrer letzten Landeskonferenz den Kohleausstieg für das Jahr 2025 und wollen damit, schneller als bislang geplant, aus der Kohle aussteigen. Forderungen der Grünen liegen bislang bei 2035. Die Bottroper Jusos halten jedoch dagegen und erhalten dafür Unterstützung vom Landesvorsitzenden der NRW Jusos Frederick Cordes und Daniel Kober, Vorsitzender der Jusos Rhein-Kreis-Neuss und Jugendsprecher der Kraftwerke Frimmersdorf/Neurath.

Hendrik Gansohr

Hendrik Gansohr (Kandidat stellv. Vorsitz)

„Die Energiewende und die mit ihr verbundene Debatte ist Teil des gesellschaftlichen Alltags geworden. Es darf nicht im Übereifer der Energiewende die Versorgung für energieintensive Industrien gefährdet werden.“, stellt Hendrik Gansohr, Kandidat für den stellvertretenden Juso-Vorsitz in Bottrop, fest.
„Natürlich müssen wir den Ausstieg aus der Braunkohle ernsthaft thematisieren, weil wir eine kluge Energiewende betreiben wollen. Klar sollte aber auch sein, dass es beim Kohleausstieg nicht zu einem Wettlauf kommen darf“, betont Juso-Vorsitzeder Nils Beyer.

Meinung der Bottroper Jusos ist, dass große Mühen im Bereich der Forschung, der Umsetzung und beim Ausbau der neuen technischen Grundlagen sowie Infrastruktur notwendig sein werden. „Zugleich sind das derzeitige Wirtschafts- und Wohlstandsniveau zu halten“, betont Matthias Buschfeld, stellv. Vorsitzender.

Matthias Buschfeld

Matthias Buschfeld (stellv. Vorsitzender)

Dem Bottroper Juso-Vorsitzenden sind vor allem die Arbeitsplätze und der sozialverträgliche Abbau wichtig: „Es sind aktuell 22000 Beschäftigte allein im Abbau und den Kohlekraftwerken tätig, an der gesamten Branche hängen 86000 Arbeitsplätze, es darf laut unserer Ansicht keine betriebsbedingten Kündigungen geben!“

 

Die Jusos-Bottrop stehen zur Energiewende und wollen diese auch vorantreiben, ein Kohleausstieg im Jahre 2025 sei jedoch unrealistisch und sozialpolitischer Wahnsinn.

Die Sozialdemokraten sind sich einig: „Wir wollen die Energiewende schaffen, dafür müssen dringend erneuerbare Energien, Speicher und flexible Kraftwerksformen ausgebaut werden. Ein gutes Beispiel stellt die Innovation City dar, welche die Energiewende von „unten“ betreibt. Bei der Sicherstellung der Grundversorgung spielt mittelfristig die heimische Braunkohle eine wichtige Rolle, um die Energiewende auch wirtschaftlich und sozial nachhaltig zu gestalten. Kohle sollte in den kommenden 25 Jahre als Brückentechnologie in der Energiewende dienen.“, so Beyer weiter.

Frederick Cordes, Landesvorsitzender der NRW-Jusos, unterstützt die Ausführungen der Bottroper: „Es gibt von den Befürwortern des raschen Braunkohleausstiegs, kein schlüssiges Konzept. Solange so ein Konzept nicht vorliegt, gelten für die NRW Jusos die gleichen Anforderungen wie auch bei der Steinkohle. Konkret bedeutet das, keine betriebsbedingten Kündigungen sprich der Ausstieg kann nur sozialverträglich verlaufen.

Beyer konkretisiert: „Der rasche Kohleausstieg stellt nur dann eine echte klimapolitische Lösung dar, wenn wir den Emissionshandel reformieren. Die BRD reduziert zwar auf nationaler Ebene den CO2 Ausstoß, jedoch nicht innerhalb der EU. Daher müssten Zertifikate der Kohlekraftwerke aus dem Emissionshandel gelöscht und neu verhandelt werden, nur so kann eine globale CO2 Reduktion erreicht werden.“

Auch auf kommunaler Ebene sehen die Jusos Handlungsbedarf: „E-Mobilität, ÖPNV-Ausbau, Fahrradtrassen und neue Mobilität bieten viele Vorteile gegenüber dem Individualverkehr und sorgen für eine Reduzierung der CO2 Menge. Die Energiewende muss von unten erfolgen!

Frederick Cordes betont zum Schluss: „So wichtig die Bekämpfung des Klimawandels auch ist, die Fehler, die in der Vergangenheit im Ruhrgebiet gemacht wurden, müssen zukünftig vermieden werden. Besonders wir hier im Ruhrgebiet wissen, was Strukturwandel bedeutet. Dazu gehört ein schlüssiges Konzept, was nicht aus der Hüfte geschossen kommt, sondern partizipativ erarbeitet werden muss.“

Auch die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Selbständige in Nordrhein-Westfalen (AGSNRW) schließt sich der Kritik an: „Aus Sicht der Wirtschaft ist es Irrsinn, Technologien runterzufahren, ohne dass Alternativen da sind. Der Strom kommt nicht aus der Steckdose, bevor neue Energiequellen in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen, können wir auf Kohle als Energieträger nicht verzichten.“

Würde in den Ausbau der Erneuerbaren Energien dieselben Summen investiert, wie einst in Bau und Erforschung der Atomkraft, könnte hier wohl mit schnelleren Fortschritten gerechnet werden: „Auf Atomkraft zu verzichten, ist die richtige Entscheidung. Noch aber brauchen wir die Brückentechnologie der Kohleverstromung, um unseren Energiebedarf zu decken.“Brefort verweist darauf, dass NRW einer der wichtigsten Industriestandorte Deutschlands ist, der ohne eine zuverlässige Energieversorgung nicht arbeitsfähig sein kann.

 


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4 Antworten zu “Kluge Energiewende- Kein Wettlauf beim Braunkohleausstieg, die Energiewende von „unten“ gestalten!”

  1. Herbert Fibus sagt:

    Wenn es kein Druckfehler ist, braucht ihr euch nicht zu wundern bei den nächsten Wahlen weiter Stimmen zu verlieren! Für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen bedeutet das dann Schwarz- Grün oder mit Blaugelbbraun!

    • Nils Beyer sagt:

      2025 ist für uns keine Option! Wir wollen schrittweise aus der Kohle aussteigen und keinen Kahlschlag betreiben. Zuvor muss erst der Netzausbau und genügend Speichertechnologien vorhanden sein. Kohle muss daher als Brückentechnologie dienen, um die Grundlast im Netz zu erhalten.

  2. Herbert Fibus sagt:

    2025! Alles vor 2055 ist nach jetzigen Stand in nicht machbar!

    • Nils Beyer sagt:

      Wir halten 2025 ebenfalls für unrealistisch, deswegen haben wir diese Gegendarstellung verfasst. Wir müssen in einem sozialverträglichem Maße aus der Kohle aussteigen und akzeptieren keine betriebsbedingten Kündigungen.

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